Was steht auf dem Spiel - was gibts zu gewinnen? Warum "kultur-bewusst" kommunizieren?

Von Studentenjobs bis zur Berufserfahrung in unterschiedlichen Branchen entstand immer mehr der Eindruck, dass die menschliche Kommunikation entweder Kernkompetenz oder Kernproblem ist. Durch sie gelingen oder scheitern Projekte, völlig unabhängig davon, wie gut das vorhandene Fachwissen und die Projektkoordination ansonsten ist. Als Mitarbeiter in der Industrie ebenso, wie im Handwerk, in der Dienstleistungbranche und in der Entwicklungszusammenarbeit hat sich dieser Eindruck immer wieder bestätigt.

Ein einfaches Beispiel: Welchen Eindruck bekommen Sie von mir und meiner Professionalität, wenn Sie sich hier durchklicken? Worauf achten Sie, wonach suchen Sie in meinem Profil? Welchen Eindruck hätten Sie von mir im direkten Gespräch? Sowohl Ihre wie meine kulturelle Prägung nehmen auf diese Prozesse wesentlichen Einfluss. Welchen Einfluss genau, in welchen Situationen, z.B. bei Projektkooperationen, in Führungskraft-Mitarbeiter-Verhältnissen oder unter Kollegen - das kann man lernen und seine eigene Kompetenz darin weiterentwickeln. Diese Kompetenz auch in Settings abrufbar zu haben, in denen Werte, Normen und Gewohnheiten überraschenderweise stärker divergieren als gedacht, darauf habe ich mich spezialisiert.

In der Vermittlung von Interkultureller Kommunikation biete ich den Rahmen, in dem die TeilnehmerInnen oder Coachees sich sowohl ein erweitertes kulturgeschichtliches Bewusstsein, wie auch konkrete Handlungskompetenzen für die nächsten, konkreten potentiellen Konfliktsituationen aneignen können. Dabei kommt es weniger auf die Vielfalt der Methoden an, als auf die genaue Abstimmung auf den Lernprozess der konkret anwesenden TeilnehmerInnen oder Coachees.

Das Thema rührt immer wieder auch an den Weltbildern der TeilnehmerInnen oder begegnet ihnen in Arbeits- oder Lebenskontexten, die von vielfältigen neuen und oft in ihrer Fülle äußerst anstrengenden Phasen geprägt sind. Zu welchen Perspektivwechseln die TeilnehmerInnen auch aus diesen Gründen momentan überhaupt in der Lage sind, muss für die Vermittlung jeder noch so guten Theorie mitgedacht und einbezogen werden.

Eine 100%-ige Vorbereitung auf jede kulturspezifische Situation halte ich für utopisch. Vielmehr zeigt sich für mich eine wesentlich wirkmächtigere Komponente unter den Vorbedingungen für kulturbewusstseins-stärkende Prozesse: Die Wahrnehmung der eigenen kulturellen Prägung und die sich daraus ergebende Determiniertheit in der Wahrnehmung der Umwelt. Ich arbeite daher bevorzugt nicht auf eine Zielkultur hin spezialisiert, sondern sehe die Bewusstwerdung der eigenen kulturellen Identität als vorrangiges Lernziel, bevor es überhaupt gelingen kann wirklich wahrzunehmen, was in einem fremden Kontext geschieht und warum es geschieht. Das wiederum lässt sich, solange die sprachliche Verständigung möglich ist, mit und ohne Beamer und in jedweder ethnischen- oder soziokulturellen Gruppe, und auch in gemischten Gruppen durch gut angeleitete Lernprozesse herausarbeiten.